SCM & Food Logistik 2015

Trends und Konzepte für Industrie & Logistik im LEH

Konzentration des LEH und der Food Logistik nimmt zu
Die Konzentration des deutschen Lebensmitteleinzelhandels auf die kleine Gruppe Edeka, Rewe, die Schwarz Gruppe und Aldi, die mehr als 85% des Gesamtumsatzes des deutschen Marktes ausmachen, führt auf der Herstellerseite weiterhin zu harten Kostenkalkulationen und Weitergabe des Nachfragedrucks auf die Vorlieferanten und Dienstleister. Somit sind alle in der Wertschöpfungskette Beteiligten gefordert ihre Einkaufsbedingungen- und Optionen, Prozesse und Produktionsabläufe zu überprüfen.

Wie das Kartellamt im September 2014 feststellte, haben es kleinere Hersteller besonders schwer in diesem Markt und kaum Alternativen sich dem Druck des LEH zu entziehen. Eine weitere Marktstärkung der Großen in 2015 durch den Verkauf der Tengelmann Gruppe verschärft die Situation nochmals. Hersteller und Spediteure müssen nach Wegen suchen um profitabel am Markt teilnehmen zu können.
Andererseits verändert sich schrittweise das Verbraucher- und Konsumverhalten der Deutschen, vor allem in Großstädten und neue Formen des e-commerce Handels könnten für Überraschungen sorgen. Wir haben einmal die wichtigsten Trends zusammengefasst.


Die Ernährungstrends der Zukunft
Die Trendforscher haben es längst registriert: besser Essen wird Teil einer neuen Lebensart und damit verändern sich die Anforderungen an die Gastronomie an die Lebensmittelindustrie und an die Ultra-Frischelogistik.
Hin zum bewußten Genießen.In einer schnelllebigen Gesellschaft mit vielen innovativen Neuerungen haben viele Menschen kaum genug Zeit sich zu Hause eine vollwertige Mahlzeit zuzubereiten. Der mobile Esser bevorzugt eine schnelle Mahlzeit, wenn es die Zeit zulässt. Diese Mahlzeit soll jedoch ausgewogen und flexibel sein und vor allem “grün”. Fertige Salate, geschnittenes Obst “to-go” oder andere gesunde Mitnehm-Speisen liegen im Trend vorn.
Regionale und saisonale Lebensmittel sowie authentisches und traditionelles Kochen erhält in den Großstädten den Vorzug vor der unübersehbaren Fülle des Lebensmittel-Labyrinths des Supermarkts. Der Käufer achtet auf die Zusatz- und Inhaltsstoffe und lehnt chemische Haltbarkeitsmittel ab.
Ein weiterer Trend ist neben dem vegetarischem und vegangem Essen der Typus des Flexitarier – also derjenige, der sich mal so oder so entscheidet und das Fleisch dabei zur “neuen Beilage” umfunktioniert. Gemüse und Salate erhalten einen wesentlich höheren Stellenwert.


Der Trend zum natürlichen, regionalem Lebensmittel und Essen verändert auch die Logistik und damit auch das gesamte Food Chain Management. Bestes Beispiel sind start-ups wie shopwings von Rocket Internet, an der sich Tengelmann beteiligen will. Einkauf per Handy und Lieferung bis vor die Tür. (Berlin & München)
Bisher findet das veränderte Ess- und Sozialverhalten junger Menschen noch keinen Niederschlag im Supermarkt, aber die Gastroszene ist hier Vorreiter.


Die Regionalisierung und Rückbesinnung auf saisonale und traditionelle Lebensmittel wirkt schon seit längerem auf die Logistik der im Agrobusiness Beteiligten. Das zeigt sich zum Beispiel beim Import von Südfrüchten aus Italien, Spanien und anderen Produzentenländern. Die Nachfrage nach frischem Gemüse und Obst führt zu kleineren Mengen in kürzeren Lieferintervallen. Die Konsolidierung verschiedener Bestellungen und Kunden und die anschließende Verteilung wird aufwändiger und damit teurer. Aber ein höherer Transportpreis läßt sich nicht ohne weiteres durchsetzen. Mit dieser Problematik gehen die Logistikunternehmen unterschiedlich um.
Konzentration in der Logistikbranche.


Für Unternehmen wie Dachser, K+N u.a. heißt die Lösung Prozessstandardisierung und Zusammenschluß mit den Marktbegleitern auf internationalem Niveau. Die Stärkung weniger bundesweit tätiger Dienstleister wie Dachser oder Nagel durch Outsourcing der Hersteller-Logistik führt bei diesem zu kurzfristigen Kostenvorteilen, reduziert jedoch die Anzahl der Logistik-Wettbewerber, die preisregulierend wirken können. Die regionalen Dienstleister und Spediteure, speziell in der Frischelogistik, sind jedoch nicht in der Lage die erforderlichen Größen und Kapazitäten bereitzustellen um in diesem Markt eine maßgebliche Rolle zu spielen. Somit entsteht neben der Nachfragemacht des LEH eine Anbietermacht weniger Spediteure.


Individuelle Regional-Logistik als Ausweg?
Food ist das neue Fashion. So wird die neue Food- Logistik definiert und Unternehmen wie DHL, Amazon und nun Shopwings testen die neuen Möglichkeiten. In diesem Umfeld können jedoch die regionalen und lokalen Dienstleister in der Frischelogistik mitreden. Sie müssen den Service anbieten, den die Großen der Branche nicht leisten können und das sind vor allem.value-added-Services, moderne EDV-Systeme und stärkere Vernetzung.


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Logistc Experts

SCM & Logistikberatung und Personalconsulting

Baecker & Partner, Siegen

Tel. 0271 40 58 900

Ansprechpartner: Herr Martin Baecker

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