Was ist die Aufgabe eines Supply Chain Managers und wer kann sie am besten lösen?  

SCM als Interim Funktion oder eine permanente Aufgabenstellung?

 

Was macht ein Supply Chain Manager?

Der Bundesverband für Einkauf und Logistik hat sich darüber Gedanken gemacht und einen Leitfaden zum Berufsbild heraus gegeben. Darin werden die Anforderungen und die Aufgaben sowie die Tätigkeiten beschrieben. Zutreffend analysieren Fachleute aus unterschiedlichen Unternehmen die derzeitige Situation. Bezeichnenderweiser wird die Haupttätigkeit des SCM Managers und zugleich dessen wichtigste Funktion als die eines Beraters beschrieben, nicht ohne gleichzeitig darauf hinzu weisen, dass diese Funktion sehr wichtig ist.


In der Praxis sieht das bei den meisten SCM Managern etwas anders aus, denn nicht wenige Supply Chain Manager sind über die Erfahrungen, die sie gemacht haben frustriert. Häufig wird übersehen, dass der Supply Chain Manager in der Tat über wenig echte Kompetenzen verfügt und daher sein größtes Talent die Kommunikationsfähigkeit sein muss. Die fachliche Expertise wird jedoch seltener gefragt, denn dafür gibt es nach wie vor entsprechende Fachabteilungen.

Deshalb ist vielleicht ein Blick auf die SCM Philosophie wichtig um zu verstehen, warum in deutschen Unternehmen über Supply Chain zwar viel geredet wird, aber die Funktion mit wenig Kompetenz ausgestattet wird, während das anglo-amerikanische Verständnis des SCM weitaus umfangreicher ist und dort die SCM Manager im Vorstand sitzen.


 

Die Supply Chain Idee

Eine Supply Chain umfasst nach derzeitiger Theorie alle Instanzen von der Beschaffung über die Produktion bis hin zum Absatz an den Verbraucher, welche informations- als auch warenflusstechnisch miteinander verbunden sind. Dabei kommt dem Supply Chain Design und dem Supply Chain Management eine besondere Aufgabe zu. Die Kommunikation sowie die Nutzung aller benötigten und verfügbaren Ressourcen soll dabei so effizient und transparent wie möglich gestaltet und gesteuert werden.

In der Praxis bedeutet dies eine echte Herausforderung, da in den meisten Supply Chains die beteiligten Instanzen in einem Geschäftsverhältnis zwischen Anbieter und Abnehmer zueinander stehen, sodass tatsächlich die Offenlegung von Informationen so gering wie nötig gehalten wird. Gleichzeitig soll jedoch ein Maximum an Effizienz und Kostenreduzierung bei der Gestaltung aller logistischen Abläufe erzielt werden. Diese gegensätzlichen Positionen reduzieren den theoretischen Ansatz des SCM auf das tatsächlich Machbare und erzwingen eine realistische Betrachtungsweise und ein auf das eigene Unternehmen ausgerichtetes Design.  

 

Das Supply Chain Design

Das Design der Supply Chain orientiert sich in erster Linie an den Unternehmenszielen und den gegebenen Möglichkeiten und Durchsetzungsfähigkeiten sowie der Struktur der Güter und Waren.

Die Unternehmensziele definieren, welche Produkte auf welchen Märkten in welcher Qualität angeboten werden sollen sowie nach welchem Distributions- und Vertriebskonzept dies erfolgen soll. Anhand dieser Vorgaben lässt sich eine Supply Chain mit all ihren Beteiligten an den jeweiligen Standorten, mit den entsprechenden Logistiksystemen designen und dessen Informationsaustausch auf einer einheitlichen Basis realisieren. Damit übernimmt das Supply Chain Management in Deutschland keine oder nur wenig Verantwortung für die Erreichung der Unternehmensziele. In amerikanischen oder globalen Unternehmen übernimmt der SCM Leiter agegen durchaus eine Verantwortung für den Einkauf, den Vertrieb und das Distributionskonzept. Das bedeutet eine erhebliche Mitsprache bei der Formulierung der Unternehmensziele und auch antsprechende Verantwortung.

 

Das Supply Chain Management

Die Funktionen des Supply Chain Management umfassen die Gestaltung, Planung und Steuerung der Waren- und Informationsflüsse entlang der gesamten Supply Chain. Je mehr Akteure eine Supply Chain umfasst, desto komplexer werden die Tätigkeiten im Supply Chain Management. Das Supply Chain Management ist jedoch nach hiesiger Lesart in den meisten Fällen keine permanente Aufgabe. Denn - wenn die Struktur und die Prozesse einmal richtig aufgesetzt sind, können die Einzelfunktionen von den zuständigen Abteilungen und Verantwortlichen selbst gesteuert werden, z.B. Einkauf, Logistik, Produktion, Warehousing, Distribution, Vertrieb, Finance.

Eine ständige Veränderung der einmal festgelegten Prozesse und Mitspieler (Dienstleister / Lieferanten) sei daher nicht nur kontraproduktiv sondern auch technisch durch die umfangreichen Veränderungen von Stammdaten nicht darstellbar. Es fehlt schlicht am Personal. Daher werden SCM Prozesse langfristig angelegt, dokumentiert und in den jeweiligen ERP-Systemen fest etabliert. Richtiges Supply Chain Management sollte jedoch schnell auf geänderte wirtschaftliche oder politische Veränderungen reagieren können..... 

 

Funktionen neben dem Supply Chain Manager

Der Bundesverband BME stellt fest: die Einkaufsfunktion (strategisch/operativ) wird im Einkauf angesiedelt bleiben, inklusive Budgetverantwortung und Personal. Die Produktion wird durch den Produktionsverantwortlichen geführt und das Warehouse und die Distribution wird durch die Logistik gewährleistet. Der SC Manager wird dort kaum Mitsprache haben und auch keine eigene herausragende Funktion. Punkt. Der SC Manager plant, berät, redet - entscheiden werden andere.

 

Was bleibt dann für den Supply Chain Manager übrig?

Nicht viel - und das auch noch ziemlich diffus. Nach einer einmal vorgenommenen Grundeinstellung der SCM Prozesse verbleibt zumeist also nur noch die Planungsaufgabe (quartal, jährlich, strategisch 3 Jahre) als Kernfunktion erhalten und gelegentliche Korrekturen. Erst wenn völlig neue Konstellationen durch Erweiterung des Geschäftsbereiches, neue Werke oder Großaufträge vorhanden sind, kommt der Supply Chain Manager wieder zum Zug. Im Prinzip hat sich also die Aufgabe des Supply Chain Managers mit der Erstellung des Designs erschöpft.

 

Fazit: 

SUPPLY CHAIN MANAGEMENT ist in deutschen Unternehmen eine Aufgabestellung nach Bedarf. 

 

SCM ist bei Analyse des BME Papiers und nach feststellbarer Praxis keine permanente unternehmerische Herausforderung und wird nur für Planungszwecke benötigt. Die zwangsläufige Folge ist: nach einmal erfolgter Neuausrichtung der Supply Chain wird daher auch der verantwortliche Supply Chain Manager ebensowenig noch benötigt.


Warum dann nicht einen anderen Weg beschreiten und SCM als Interim Aufgabe sehen?

Der Interim Supply Chain Manager im Gegensatz dazu nimmt die vorhandenen Prozesse auf,  sucht mit den später Verantwortlichen nach vernünftigen Konzepten und Lösungen, implementiert diese und übergibt anschließend an die Fachabteilungen. Damit ist seine Aufgabe beendet.


Bei PLAN50 Baecker & Partner finden Sie genau diese erfahrenen Supply Chain Interim Manager und unser Ansatz ist:

 

Die Konzeptionierung eines Managementmodells oder die Optimierung des bestehenden Supply Chain Managements. Überprüfen der in diesem Kontext die angewandten Logistiksysteme und Erstellung angepasster Lösungsvorschläge. Implementierung und Feinjustierung als Teil der Aufgabe.

 

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