Weg mit der Stellenanzeige - neue Wege im Recruiting

Im Kampf um die besten Talente hat ein E-Commerce-Unternehmen aus dem USA jetzt zu einem ungewöhnlichen Mittel gegriffen. Es hat die klassische Stellenanzeige abgeschafft.

Eine neue Strategie für das Recruiting beschreibt Tobias Anslinger in Markt und Mittelstand.

Nein, der Online-Händler Zappos aus Las Vegas hat keinen absoluten Einstellungsstopp ausgerufen. Im Gegenteil. Mehr als 400 neue Mitarbeiter möchte das Unternehmen allein in diesem Jahr einstellen – allerdings nicht über die herkömmliche Stellenanzeige. Die hat Zappos nämlich vor kurzem abgeschafft.

Stattdessen hat die Firma mit „Zappos Insiders“ ein soziales Netwerk ins Leben gerufen, dem potentielle neue Mitarbeiter beitreten. Dort können sie sich dann mit aktuellen Mitarbeitern austauschen, Fragen stellen, sich einbringen. Kurz: Ihre Begeisterung und Bereitschaft für eine Mitarbeit bei Zappos zeigen. So soll über einen längeren Zeitraum ein Vertrauensverhältnis zwischen Unternehmen und Bewerbern aufgebaut werden. Die Interessenten sollen einen Eindruck im Haus hinterlassen – und bei einer Vakanz schnell kontaktiert werden können. Eine eigene Recruiting-Software hilft dabei, die Bewerber gemäß ihrer fachlichen Kenntnisse und Interessen in eigene „Kanäle“ zu leiten, wie zum Beispiel Verkauf oder Technik.

Recruiting als Zeitfresser

Die Überlegungen, die zu diesem Schritt geführt haben, liegen auf der Hand. Im vergangenen Jahr hat das Unternehmen, das aktuell 1.500 Mitarbeiter beschäftigt, um die 31.000 Bewerbungen erhalten – eingestellt wurden nur etwa 460 neue Mitarbeiter. Trotzdem müssen die Recruiter viel Zeit mit der Sachbearbeitung von Bewerbungen verbringen. „Das hohe Bewerbungsaufkommen hielt unser siebenköpfiges Recruiting-Team von sinnvolleren Arbeiten ab“, sagt Michael Bailen, der das Talentmanagement bei Zappos verantwortet, gegenüber dem Wall Street Journal. Bailen zufolge sei der Bewerbungsprozess mit zu vielen Transaktionen verbunden. Absagen zu versenden sei viel Aufwand, ohne dass es zu irgendeinem sinnvollen Austausch zwischen Bewerber und Unternehmen komme. „Wir müllen sie zu, sie müllen uns zu“, sagt Bailen.

Durch die Interaktion über das firmeneigene Netzwerk wird der Rekrutierungsprozess im Endeffekt schneller und effizienter, weil ein Pool an passenden Kandidaten ständig verfügbar ist.

Das Ende der Stellenanzeige ist nicht die erste ungewöhnliche HR-Maßnahme des US-Unternehmens. Schon vor einigen Monaten hat Zappos außerdem die Jobbezeichnungen für seine aktuellen Mitarbeiter entfernt. Jetzt also haben die Online-Händler auch die potentiellen Mitarbeiter ins Visier ihrer ungewöhnlichen HR-Strategie genommen.

Quelle:www.markt und mittelstand.de

 

 

Die Meinung von LOGISTIC EXPERTS dazu:

 

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